Laufbahnen versiegeln vermeidet Mikroplastik

Unzählige Quellen verursachen Mikroplastik*, der Abrieb Reifen und Fahrbahnmarkierungen oder das Waschen von Funktionstextilien. Die Auswirkungen auf die Umwelt sind noch kaum abzusehen. Es ist verständlich, dass vor diesem Hintergrund alle Kunststoffprodukte auf dem Prüfstand stehen, auch Laufbahnen. Sie gehören sicherlich nicht zu den Hauptverursachern; dies ist jedoch kein Grund, auf Gegenmaßnahmen zu verzichten. Besonders, wenn eine Bahn „zweckentfremdet“ wird, etwa durch Konzerte oder Events, kann der Belag Schäden erleiden. An Löchern oder Rissen tritt dann Granulat aus. Dagegen kann man die Bahn jedoch schützen.

Versiegeln und vermeiden

Eine wirksame und zugleich wirtschaftliche Maßnahme ist die Versiegelung, z. B. mit CONIPUR 2200. Das 2-Komponentengemisch wird idealerweise gleich nach dem Verlegen per Airless-Spritzgerät aufgetragen. So lassen sich selbst strukturierte Beläge langfristig schützen. Je nach Beanspruchung hält so eine Versiegelung rund zwölf Jahre. Sie erhöht nicht nur die Abriebbeständigkeit: Sie dient auch als UV-Schutz und erleichtert die Reinigung. Ausserdem läuft Regenwasser schneller ab. CONIPUR 2200 ist beständig gegen viele Laugen, verdünnte Säuren, Salzlösungen, Mineralöle, Schmier- und Treibstoffe sowie See- und Abwasser. So schützt sie Bahnen nicht nur unter widrigen, klimatischen Bedingungen, sondern auch bei Events, bei denen große Bühnenkonstruktionen errichtet werden.

Die Oberflächenversiegelung wertet die Bahn zudem optisch auf: Die Farbbrillanz bleibt erhalten und durch die verringerte Schmutzaufnahme wirkt die Oberfläche auch nach Jahre noch frisch und glänzend. So kann der Anwender den Austrag von Mikroplastik minimieren, Reparatur- und Reinigungskosten senken und gleichzeitig die Funktionalität und Ästhetik seiner Anlage für viele Jahre erhalten. Selbstverständlich ist auch eine nachträgliche Versiegelung bestehender Bahnen möglich.

Firmenintern wird bereits an Lösungen gearbeitet, die überhaupt kein Mikroplastik mehr freisetzen. Aus patentrechtlichen Gründen können hierzu noch keine Details veröffentlicht werden. Bis dahin wird CONICA das Thema intensiv weiterverfolgen und über kurzfristige Maßnahmen zum Eindämmen und Vermeiden von Emissionen informieren.


*Kurz informiert: Was ist Mikroplastik?

Als Mikroplastik bezeichnet man Kunststoff-Teilchen mit einem Durchmesser von unter 5 mm. Mikroplastik entsteht nicht nur durch den Zerfall von Plastikmüll. Teilweise wird es sogar bewusst produziert, etwa für Kosmetika oder Windeln. Die Verbreitung wird inzwischen weltweit erforscht, vor allem in den Ozeanen, da es sich in Meerestieren anreichert und in diesen Organismen Entzündungen auslöst. Weil Mikroplastik jedoch zum allergrößten Teil an Land entsteht, wird auch dort nach den Quellen gesucht. Nach einer Untersuchung des Fraunhofer-Instituts für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik von 2018 werden allein in Deutschland jährlich rund 330.000 Tonnen Mikroplastik freigesetzt. Rund ein Drittel davon wird durch den Abrieb von Autoreifen verursacht.

Die Eidgenössische Technische Hochschule in Lausanne fand bei einer vom Schweizer Bundesamt für Umwelt beauftragten Untersuchung in Schweizer Seen und in der Rhone bei Chancy Mikroplastik-Partikel. Für die Rhone wurde geschätzt, dass sie etwa 10 kg Mikroplastik täglich aus der Schweiz durch Frankreich ins Mittelmeer transportiert. Das Problem ist dabei weniger die Masse als die Vielzahl der Partikel, die von Organismen aufgenommen werden und schädliche Auswirkungen haben können.

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